5. März – 1. Mai 2016

Eremitage am Kamp, 3593 Wegscheid 13.

Do 16:00 bis 20:00, So 10:00 bis 20:00, sowie nach Vereinbarung. Eintritt frei.

 

Zahlreiche namhafte und ortsverbundene Künstler und Künstlerinnen nehmen mit ihren Arbeiten Stellung, warum die Erhaltung solcher einzigartiger wilder Räume auch für uns zum Menschsein unerlässlich ist. 

Iris Andraschek, Peter Berger, Christina Chra Nemec, Eva Eder N., Anton Ehrenberger, Simone Einfalt, Tatjana Gamerith, Sonia Gansterer, Dieter Graf, Michael Goldgruber, Karin Hatwagner, Gudrun Kampl, Noémi Kiss, Hubert Lobnig, Michael Öllinger, Franziska Maderthaner, Christine Maringer, Norbert Maringer, Alois Mosbacher, Robert Petschinka, Eugen Plan, Stefan Sakic, Matthias Schickhofer, Claudia Schumann, Franz Seitl, Gudrun Seitl, Daniel Spoerri, Janos Szabo, Barbara Räderscheidt, Christoff Wiesinger, Hans Wörtl

 

Wegscheid am Kamp ist nicht gerade das, was man eine Metropole nennt. Ehrlichgesagt ist Wegscheid ein winziger Fleck im Waldviertel. Fragt sich nur, warum in dem Dorf „hinter den sieben Bergen“ derzeit Kunststars wie Daniel Spoerri und Alois Mosbacher ausstellen? Oder warum Noemi Kiss einen ihrer außergewöhnlich umgestalteten Perserteppiche an den Kamp geschafft hat? Sie alle protestieren! 31 bekannte Künstler stellen derzeit ihre Werke in der „Eremitage“ Wegscheid aus, um den Bau eines Wasserkraftwerks am Kamp zu verhindern. Der allerletzte wilde, naturbelassene Flussabschnitt (der 1998 vom Lebensministerium zum Flussheiligtum erklärt wurde!) soll durch den Ausbau eines bestehenden Kleinkraftwerks bei der Rosenburg teilweise aufgestaut, teilweise im Flussbett tiefer gebaggert ­– und somit zerstört – werden. Der WWF Österreich kämpft genauso gegen das Vorhaben wie der Naturschutzbund und viele Bürger. „Das Leben ist ein freier Fluss“ heißt die Ausstellung in Wegscheid. Hoffentlich gilt das für den Kamp auch weiterhin! (Stadtspionin)

 

  
Noémi Kiss, Franz Seitl

 

Die Eremitage am Kamp ist am Beginn des verbleibenden freien Flusslaufs des Kamps gelegen. 18 km darf ab Wegscheid der Kamp nach den Aufstauungen Ottenstein, Dobra und Thurnberg frei bis nach Rosenburg fließen. Diese in Österreich einzigartige Flusslandschaft wurden 1998 zu Recht vom Lebensministerium und World Wildlife Fund zum Flussheiligtum erklärt.Die Gründung der Eremitage am Kamp ist auch durch diese besondere Lage inspiriert. Hier, wo Wildnis wieder etwas Platz bekommt, ist auch Raum für gedankliche Freiheit. Subventionen öffentlicher Stellen werden nicht gesucht,  damit eine Förderung nicht zu einer Forderung mutieren kann und inhaltliche und formale Freiheit bei den Ausstellungen ohne Restriktionen erhalten bleibt.

Nun plant die EVN jedoch einen Ausbau des bisher fast unbeachteten bestehenden Kleinkraftwerks Rosenburg. 2,5m Staumauererhöhung, 1,5m tiefe Ausbaggerung flussabwärts sind geplant! Der Rückstau wird sich um weitere 900m auf 1600m verlängern und den Lebensraum seltener hier heimischer Tiere und Pflanzen fluten. Mehr dazu auf der homepage der Aktionsgruppe „Lebendiger Kamp“

Der beabsichtigte Eingriff der EVN auf eine der letzten naturnahen Flussstrecken Österreichs ist auch ein Angriff auf die Kraft, die von nahezu ungenützten Naturräumen ausgeht. Selbst wenn wir diese Plätze nicht aufsuchen, ist alleine das Wissen um sie inspirierend und kraftgebend. Es geht um die Verteidigung solcher Freiräume wider eine wirtschaftliche Verwendung.

www.eremitageamkamp.at
Verein Eremitage am Kamp/ sponsored by Clemens Feigel/ Künstler im Steuer- und Sozialrecht +43664 5655 100